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Lesbische Unterhaltung

Neue Welt (Teil 7)
Geschichten - Geschichten
Geschrieben von: Ruth Gogoll   
Mittwoch, den 07. Juli 2010 um 00:00 Uhr

»Ich sollte mich um Hartmann kümmern«, erinnerte Pat sich, nachdem das Frühstück beendet war und alle sich verabschiedet hatten. Nur Bromila war zurückgeblieben. »Wißt ihr schon Neues über den Virus?«

»Danach habe ich mich heute morgen noch nicht erkundigt«, antwortete Bromila. »Aber da Dahn nicht zum Frühstück erschienen ist, nehme ich an, daß sie intensiv daran arbeitet.«

»Sie hätte kommen sollen?« Pat runzelte fragend die Stirn.

»Sie ist unsere Wissenschaftsministerin«, erklärte Bromila, »aber –«, sie lachte leicht, »sie haßt solche Zusammenkünfte und alle administrativen Aspekte ihres Auftrags, insofern kann es auch sein, daß sie einfach nicht gekommen ist, weil sie es nicht so wichtig fand.«

Pat verzog das Gesicht. »Sie ist offensichtlich sehr eigen.«

»O ja, das ist sie.« Bromila lachte erneut. »Ich möchte nicht mit ihr verheiratet sein.«

Pat schaute sie an. »Bist du denn verheiratet?«

Bromilas Gesichtsausdruck wurde sehr weich. »Ja«, sagte sie. »Mit der wunderbarsten Frau der Welt.«

Pat lächelte. »Das freut mich.«

»Zuerst fand ich sie nicht so wunderbar.« Bromila schüttelte schmunzelnd den Kopf. »Es wurde einfach festgestellt, daß unsere Eizellen gut zueinander paßten, und wir bekamen zwei Kinder miteinander, ohne uns eigentlich näher zu kennen.«

»Das ist bei eurer Methode anscheinend öfter der Fall«, vermutete Pat. »Tora erzählte auch, daß sie die andere Mutter ihrer Tochter kaum kennt.«

»Das hat sie dir erzählt?« Bromila schaute sie seltsam an.

»Stimmt es denn nicht?« fragte Pat erstaunt.

»Doch, doch.« Bromila nickte. »Es stimmt schon. Ich war nur überrascht.«

»Überrascht wovon?« fragte Pat.

»Daß sie so offen darüber gesprochen hat«, sagte Bromila. »Mit einer Fremden.« Sie lachte leicht. »Aber du bist natürlich ein Spezialfall. Du kommst von der Erde. Apropos –« Sie hob einen Finger, als ob ihr plötzlich etwas eingefallen wäre. »Dein Erdenmann ...« Sie schaute auf ihr mobiles Kommunikationsgerät. »Ach nein ...«, sagte sie dann. »Wir müssen hinfahren. Die Verbindung ist ja noch gestört wegen des Sandsturms.«



 
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