Julia Arden: Das Lächeln in deinen Augen

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Lesbische Unterhaltung

Neue Welt (Teil 5)
Geschichten - Geschichten
Geschrieben von: Ruth Gogoll   
Montag, den 05. Juli 2010 um 10:14 Uhr

»Ich glaube, so viel Aufmerksamkeit von Frauen hat Hartmann in seinem ganzen Leben noch nicht erfahren«, grinste Pat.

»Es ist nichts so aufschlußreich wie das Studium am lebenden Objekt«, erwiderte Tora ganz ernst. Sie schien Pats Bemerkung nicht lustig zu finden. »Und wir wissen noch nicht einmal, ob er noch lange ein lebendes Objekt sein wird. Dahn hat ihre Untersuchungen noch nicht beendet.« Ihre Stimme klang besorgt.

»Entschuldige.« Pat senkte den Blick. »Auf der Erde gibt es eben viele Männer, und da zählt Hartmann nicht unbedingt zur Oberklasse in der Gunst der Frauen. Sie haben die freie Auswahl.«

»Sofern es nicht gerade um die Verschmelzung der Eizellen geht, um ein gemeinsames Kind, haben wir die hier auch.« Tora schaute sie erneut mit diesem neugierig-interessierten Blick an, den Pat jetzt schon so gut kannte. »Wie ist das auf der Erde? Du sagtest, es gibt Programme, um die Überbevölkerung einzudämmen. Gibt es auch Vorschriften, wer mit wem Kinder zeugen darf? Um die besten Gene zu verbinden?«

»Das ist heiß umstritten«, erklärte Pat. »Immer noch. Es gab zu viele Vorfälle, in denen bestimmte Gruppen so etwas zu ihrem eigenen Vorteil nutzen wollten. Eine bestimmte Rasse erschaffen, die dann besser als alle anderen sein sollte, die Welt beherrschen. So etwas sieht man bei uns nicht mehr gern. Dennoch lassen viele Paare sich untersuchen, bevor sie gemeinsam Kinder zeugen, um zum Beispiel Erbkrankheiten auszuschließen. Man kann sich auch tatsächlich den genetisch passenden Partner aussuchen, wenn man das möchte, sowohl in Samenbanken als auch in Eizellenbanken. Das gibt es beides.«

»Unsere Wissenschaftlerinnen haben ebenfalls versucht Erbkrankheiten auszuschließen«, sagte Tora, »wir sind da relativ weit. Aber die richtigen Eizellen zusammenzustellen ist immer noch recht schwierig. Den Charakter, die Intelligenz, die Begabungen und Interessen oder gar das Aussehen eines Kindes kann man nicht wirklich planen.«

Pat schaute sie an. »Sieht deine Tochter aus wie du?«

Toras Gesicht wandte sich zu ihr, zeigte aber keine Regung. »Sie ist noch sehr klein. Die meisten kleinen Kinder sind blond.«

Pat hatte den Eindruck, daß Tora sich nicht weiter dazu äußern wollte. »Und vermutlich genauso schön wie ihre Mutter«, entgegnete sie lächelnd.

Tora hob die Augenbrauen. »Schönheit ist kein Kriterium«, sagte sie. »Wir versuchen bei unseren Kindern mehr auf die genetische Gesundheit zu achten. Körperliche Stärke ist auch von Vorteil. Bei unseren Umweltbedingungen kann das für das Überleben entscheidend sein. Wir trainieren alle von klein auf, damit wir im Notfall vorbereitet sind.« Sie schien etwas gereizt.



 
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