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Seite 1 von 5 »Ich bin sehr beeindruckt«, sagte Pat. Und sie meinte damit nicht nur die technischen Hilfsmittel. Toras Lippen waren ihr so nah – Sie räusperte sich. »Ich bin schon auf vielen Missionen gewesen, aber diese hier ist ... etwas Besonderes.« Sie drehte sich um und ging ein Stück auf das Regal zu, das an der Wand stand. Toras Nähe war einfach zuviel für sie. Sie spürte, wie sehr sie sie begehrte. Hätte sie sich nicht von ihr entfernt, hätte sie möglicherweise etwas getan, was Tora überrascht und die gerade aufkeimenden Beziehungen zwischen der Herrscherin dieses Planeten und der alten Erde hätte belasten können.
Pat drehte sich um und schaute Tora an. »Normalerweise fallen die Kolonisten eher technisch zurück«, fuhr sie fort. »Ohne die Hilfe der Erde könnten sie kein funktionierendes Gemeinwesen erhalten. Es gibt regelmäßige Kontakte, Frachtschiffe, die zwischen der Erde und den Kolonien pendeln ... Aber die anderen Kolonien sind natürlich nicht so weit von der Erde entfernt wie ihr.«
Tora atmete tief durch. »Ja, unsere Vorfahren waren sehr eigenwillig«, sagte sie. »Sie wollten eigentlich nichts mehr mit der Erde zu tun haben. Anscheinend gab es vor der Abreise da einige Probleme. Steht in unseren Büchern. Aber vieles ist nicht so ganz nachvollziehbar.« Sie lächelte Pat an. »Vielleicht kannst du mir da einiges erklären.«
O Frau, was ich dir gern alles erklären würde ...! »Ja sicher«, sagte Pat, von Toras Lächeln so erschlagen, daß sie kaum sprechen konnte. »Die Zustände auf der Erde haben sich allerdings auch sehr verändert in den letzten zweihundert Jahren. Vielleicht hätten eure Vorfahren heute keinen Grund mehr auszuwandern.«
»Einer der Gründe war anscheinend Überbevölkerung«, sagte Tora. Sie lachte leicht. »Das können wir uns hier kaum vorstellen. Wir sind immer froh, wenn wir einen Menschen sehen. Manchmal sieht man tagelang niemand, wenn man draußen unterwegs ist.«
»Ja, es scheint hier sehr leer zu sein«, bestätigte Pat. »Am Anfang dachte ich, hier wohnt überhaupt keiner mehr.« Sie zuckte die Schultern. »Das mit der Überbevölkerung haben wir immer noch nicht so richtig im Griff«, sagte sie. »Es gibt riesige Städte und sehr wenig Land. Aber es gibt Programme, um die Fortpflanzung zu steuern. Damit nicht zu viele Kinder auf die Welt kommen. Es wird langsam besser. Und dann gibt es natürlich auch immer noch die Kolonien. Die meisten sind zwar nicht so menschenleer wie eure, aber unter Überbevölkerung haben sie nicht zu leiden. Da ist immer noch genügend Platz.«
»Da wir so weit entfernt sind, kommen wir für die meisten sicherlich gar nicht erst in Frage«, sagte Tora. Sie schien sich nicht ganz entscheiden zu können, ob sie das gut oder schlecht fand.
»Momentan weiß auf der Erde niemand, daß diese Kolonie immer noch existiert«, sagte Pat. Sie überlegte sich, ob es nicht am besten wäre, es dabei zu belassen. Der Planet schien so ruhig und friedlich, und die Erde war – nun ja, sie war immer froh, wenn sie dort nicht zu lange bleiben mußte, obwohl sie sich durchaus jedesmal freute, nach einer Mission in die Heimat zurückzukehren. Dauerhaft dort zu leben konnte sie sich aber nicht vorstellen. Es war wirklich zu eng.
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