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In einem Kommentar zur »Ausgewählten erotischen Geschichte« wurde heute Mißfallen über die Ausrichtung von el!es als »nur Unterhaltung« geäußert. Die »Fragen des Lebens« würden in unseren Geschichten nicht beantwortet:
Lesbisches Leben. Wie leben Lesben eigentlich? Woran erkennt man Lesbe an sich überhaupt? Was macht Lesben zu dem, was sie sind?
Ein bißchen klingt das ja, als wären wir Laborratten , aber ich denke, die Fragen sind doch recht einfach zu beantworten.
Wie Lesben leben? Ja, wie? So wie andere Menschen auch. Wir gehen zur Schule, wir arbeiten, wir lieben, wir haben Kinder . . . So groß ist der Unterschied da nicht zu jedem anderen Leben. Wir sind doch nicht abgelöst von der Gesellschaft. Das meiste ist ziemlich gleich und abhängig vom persönlichen Charakter, den Vorlieben, den Hobbys, den Begabungen. Wie bei jedem Menschen.
Woran man Lesben erkennt? Da würde ich sagen: Das kommt auf die Lesbe an. Eine Butch erkennt man relativ schnell, denke ich, weil man oft im ersten Moment meint, es wäre ein Mann und dann feststellt, es ist eine Frau. Nur diese »reine Form« gibt es ja kaum. Und zudem sind nicht alle Lesben Butches. Ebensowenig wie Femmes. Das sind ja wieder so Rollen, in die man eigentlich nicht gezwängt werden will.
Was macht Lesben zu dem, was sie sind? Tja, da gibt es nur eine Antwort: Unsere Geburt. Wir werden als Lesben geboren, so wie Heteros als Heteros geboren werden.
Das heißt nicht, daß man das schon sein ganzes Leben lang weiß. Es gibt viele Lesben, die erst einmal mit einem Mann zusammen sind, heiraten, Kinder bekommen, und dann erst spät merken, daß sie eigentlich auf Frauen stehen. Das liegt an den gesellschaftlichen Umständen.
Aber ob eine Frau mit 15 oder mit 50 merkt, daß sie lesbisch ist, das ist egal. Lesbisch war sie schon seit ihrer Geburt. Sie hat es eventuell nur nicht gewußt.
Die Kommentatorin meint, wenn man entdeckt, daß man lesbisch ist, steht man irgendwo dazwischen, zwischen Tradition und eigenen Bedürfnissen zum Beispiel.
Ja, das ist so. Hetero sein ist einfacher. Es ist allgemein gesellschaftlich akzeptiert, man kann heiraten und Kinder kriegen, ohne irgendwelchen besonderen Aufwand dafür treiben zu müssen (wie beispielsweise eine künstliche Befruchtung), man kann überall mit seinem Partner, einem Mann, auftauchen, ohne Erstaunen auszulösen.
Aber ehrlich gesagt wollte ich trotzdem nicht hetero sein. Ich finde Frauen einfach attraktiver. 
Und was die Ausrichtung von el!es in Richtung Unterhaltung betrifft: Dazu habe ich mich schon oft geäußert. Bevor es el!es gab, wurde Lesben das Recht auf Unterhaltung anscheinend nicht zugestanden. In allen Geschichten oder Büchern, in denen Lesben vorkamen, herrschte immer der Tenor: Als Lesbe kann man nicht glücklich werden.
Das hat mich geärgert und wütend gemacht, denn das entspricht nicht der Realität, dem von der Kommentatorin so eingeforderten »wahren Leben«. Das »wahre lesbische Leben« ist so wie das jedes Menschen: mal glücklich, mal traurig, mal liebevoll, mal einsam. Nur weil man lesbisch ist, muß man nicht unglücklich sein.
Das ist alles, worum es mir geht.
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Und ist Schönheit etwas Verdammenswertes, Häßlichkeit aber etwas Erstrebenswertes? Warum? Dazu würde ich gern einmal eine einleuchtende Argumentation hören.
Ebenso ist es scheint's verdammenswert, daß man sich an Schönheit erfreut. Und da wieder meine Frage: Warum?
Ich sagte ja schon oft genug, ich finde solche ideologischen Scheuklappen einfach nur überflüssig und traurig, egal, ob sie von Männern, Frauen, Heteros, Lesben oder sonstwem benutzt werden. Es ist ein Zeichen dafür, daß diese Menschen nicht denken können. Denn wenn sie das könnten, würden sie wohl merken, daß sie Scheuklappen tragen.