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Seite 1 von 6 Pat betrachtete die Frau, die sie geküßt hatte, überrascht. »Gehen? Wohin?« fragte sie. Im nächsten Moment mußte sie innerlich über sich selbst lachen. Auf der Erde hätte sie das nie gefragt.
»Ich habe gehört, du kennst unser Vergnügungsviertel noch nicht«, antwortete Nowela. »Ich könnte dich herumführen.« Sie war eine gutaussehende Frau mit halblangen dunklen Haaren. Ebenso wie die meisten anderen trug sie einen Kaftan.
»Das ist alles?« fragte Pat. »Herumführen?«
»Nein«, sagte Nowela. »Ich möchte mit dir schlafen. Bist du einverstanden?«
»Ich –« Pat warf automatisch einen Blick zu Tora. »Das ist etwas ungewohnt für mich.« Ihre Augen kehrten zu Nowela zurück. »Ich bin noch nicht so lange hier.«
»Ich weiß«, sagte Nowela. Sie lächelte leicht. »Deshalb habe ich dich ja gefragt. Bevor es eine andere tut.«
Pat lachte belustigt auf. »Ist das so eine Art Wettbewerb? Wer mich zuerst herumkriegt?«
Nowela setzte sich zu ihr an die Theke. »Offenbar dauert das bei dir länger«, sagte sie.
Pat betrachtete Nowelas weiches, anziehendes Gesicht. Sie war eine äußerst feminine Frau mit gleichmäßigen Zügen. »Ich bin euren Gebräuchen noch nicht angepaßt«, erklärte sie leicht entschuldigend. »Bei uns auf der Erde geht das meistens nicht so schnell.«
»Warum nicht?« fragte Nowela. »Alles andere ist doch Zeitverschwendung.«
»Es gibt so einen Spruch bei uns«, erwiderte Pat lächelnd. »Vorfreude ist die schönste Freude.«
Nowela legte den Kopf schief und dachte darüber nach. »Wenn ich hungrig bin, esse ich«, sagte sie dann. »Wenn ich durstig bin, trinke ich. Warum sollte ich damit warten? Es sei denn, es gibt nichts zu essen oder zu trinken.«
»Da hast du absolut recht«, stimmte Pat zu. »Wir Erdenmenschen sind manchmal ein bißchen komisch.«
»Scheint so.« Nowela lächelte erneut und legte eine Hand auf Pats Bein. »Du kannst ruhig sagen, wenn du keine Lust hast.«
Pat spürte die Wärme von Nowelas Hand an ihrem Schenkel, und die Empfindung kroch höher und höher, drang kribbelnd in Bereiche ein, die nicht so leicht zu kontrollieren waren. »Das würde ich so nicht sagen«, erwiderte sie schluckend. Es war Monate her, daß eine Frau sie so berührt hatte – von Tora einmal abgesehen, aber das zählte sie nicht in Anbetracht der Umstände –, die Reise war lang und einsam gewesen, nur mit Hartmann an ihrer Seite.
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