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Seite 1 von 3 Kathryn fühlte sich unwiderstehlich angezogen von diesen sanften blauen Augen, diesen roten Lippen, dieser unschuldig vibrierenden Stimme. Sie beugte sich langsam über Seven und zu ihr hinunter. »Seven«, hauchte sie. Ihre Stimme hatte keinen Klang mehr. »Du darfst mich nicht so in Versuchung führen. Ich könnte ihr erliegen.«
Seven hob die Arme und umfaßte sie, zog sie zu sich heran, auf sich herunter. Ihre Lippen suchten Kathryns Mund und preßten sich darauf, warteten auf eine Reaktion. Diesmal wollte sie offensichtlich nicht die Führung übernehmen, nicht studieren und ausprobieren, sondern etwas gezeigt bekommen.
Kathryn öffnete ihre Lippen und ließ ihre Zungenspitze Sevens Lippen erforschen. Sie schloß die Augen. Sevens Lippen waren so süß, daß Nektar dagegen wie pures Wasser erscheinen mußte, die weiche Innenseite lockte Kathryn weiter in Sevens Mund hinein, bis sie Sevens Zunge spürte, die abwartend wie eine träge Schlange in der Höhle lag.
Als Kathryn sie berührte, begann sie sich zu bewegen, kam ihr entgegen und begrüßte sie vorsichtig. Schon allein diese vorsichtige Berührung brachte Kathryn zum Erschauern. Sie fühlte, wie ihre Uniform ihr zu eng wurde. Sie hätte sie am liebsten ausgezogen.
Sie ließ ihre Zunge weiter vordringen, und während sie das tat, suchte sich ihre Hand einen Weg auf Sevens Körper. Sie streichelte an Sevens Seite entlang, streifte ihre Brust und dann hinab zu ihren Schenkeln, doch sie merkte sehr schnell, daß Sevens Atemfrequenz sich nicht änderte.
»Seven?« Kathryn richtete sich auf und schaute Seven an. Ihr eigener, Kathryns, Atem ging schwer, aber Seven wirkte von all den Aktivitäten unbeeindruckt. Ihre Augen waren weit geöffnet, und ihr Gesicht sah genauso aus wie immer.
»Captain?« Der unschuldige Blick wurde noch unschuldiger.
Kathryn lachte auf. Sie löste sich von Seven, erhob sich von der Couch und schaute auf Seven hinunter. »Entschuldigung«, sagte sie. »Ich bin zu weit gegangen. Lassen wir es gut sein.«
»Zu weit?« Seven richtete sich leicht auf. »Du meinst, das war alles? Das stimmt nicht mit meinen assimilierten Daten überein.«
Kathryn lachte erneut. »Das tut es sicher nicht«, bestätigte sie. »Du bist . . . du bist nicht . . . na ja, wie ich schon mal sagte, gehören zwei dazu, damit es . . . damit es stimmt. Aber mach dir darüber keine Gedanken. Für mich war es . . . aufwühlend, für dich nicht. Deshalb hat es keinen Sinn, daß wir weitermachen.«
Seven schwang die Beine von der Couch und stand auf. Sie blickte auf Kathryn hinunter. »Ich hätte etwas tun sollen, das ich nicht getan habe? Was?«
Kathryns Lippen verzogen sich zu einem wehmütigen Lächeln. »Nicht tun, Seven, fühlen«, sagte sie. »Dein Gefühl gibt dir vor, was du tust. Aber wenn du diese Gefühle nicht hast –« Sie winkte ab. »Ich war so über den Haufen geworfen von deinem Charme, daß ich mich vergessen habe. Verzeih mir. Ich sollte mich als Captain besser im Griff haben.«
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